DAS DEUTSCHE REIHENHAUS

DAS DEUTSCHE REIHENHAUS

eine Hausbesetzung

 DAS DEUTSCHE REIHENHAUS. eine Hausbesetzung.

Das Private ist politisch.                                                                                                                                                                                                            Mit diesem berühmten Slogan rief die zweite Frauenbewegung vor gut 50 Jahren dazu auf, das bürgerliche Zuhause als Zuchthaus autoritärer Erziehungsstrategien und patriarchaler Kleinfamilie aufzubrechen und nach neuen Lebens -und Beziehungsweisen zu suchen. Mit den damals angestoßenen Veränderungen ging aber auch eine Bewegung einher die - grob gesagt - von der Großfamilie über den Zeitvertrag zum Single-Haushalt führte. Heute stehen wir vor einer alle Lebensbereiche durchziehenden Fragmentarisierung und jedes linke, emanzipatorische Projekt vor dem Problem, wie sich verschiedene Positionen unter ein Dach bringen lassen, um substantielle Verbindungen zu erzeugen. Bleibt von 1968 und der Suche nach „neuen Lebens- und Beziehungsweisen“ letztlich nur der Casual Friday, das sich Duzen von Herr & Knecht und das alle irgendwie locker drauf sind?

Das Wesen der Kultur im Spätkapitalismus haben Teddy & Max von der Frankfurter Schule – vor mehr als 50 Jahren - so beschrieben: passiv machend, entmündigend, Konformität erzeugend, manipulativ und Differenzen einstampfend. Ein Reihenhaus eben.

 Wir müssen hier raus! Das ist die Hölle!Wir leben im Zuchthaus! (...)
Und wir werden es schaffen, wir werden es schaffen. (Rio Reiser)

 Wie lässt sich in einer Gesellschaft von Individuen Solidarität erzeugen und welche Aufführungsformen sind dafür heute zeitgemäß? Welche Rituale brauchen wir, um unsere Beziehungen erneut aufs Spiel zu setzen?

Für diese und andere Fragen öffnet das DAS DEUTSCHE REIHENHAUS in den kommenden sechs Monaten seine Türen für Künstler*innen und Initiativen. Die sich wandelnde und bewegende Haus-Installation wird dabei ein Experimentierfeld für Aufführungen jenseits klassischer Bühnenformate und für Begegnungen zwischen Bildender Kunst, Theater und Performance. Bauliche Grundlage ist der Entwurf eines 60er Jahre Reihenhauses. Das Projekt ist eine künstlerische Auseinandersetzung zum 50. Jahrestag der 68er Bewegung und den damals angestoßenen gesellschaftlichen Veränderungen.

 Aktuelle Programminformationen unter www.facebook.com/studioNAXOS/

 This is the great new problem of mankind. We have inherited a big house, a great "world house" in which we have to live together. (Dr.King)

 Idee, Konzeption, Kuration: Max Brück & Daniel Schauf

 Gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main & dem Rhein Main Kulturfonds

 bisherige Programmpunkte:

 30.06.+ 1.07.2018, 19.30- 20.00 Uhr                                                

 DER EINZUG (Free-Jazz-Performance)

 Im Zuge der Haus-Setzung zieht das Deutsche Reihenhaus nach Motiven von Albert Aylers The Truth is marching in mit Posaunen und Trompeten in die Naxoshalle ein.

 Es wird laut, es wird eng, es wird ein symbolträchtiger Häuserkampf in Zeiten der großen Wohnunngsmarkt-Misere.

 Ein performatives Free-Jazz-Haus-Konzert mit Lorenzo Dolce (Saxophon), Silas Engel (Trompete), Andreas Haller (Posaune), Franziska Aller (Kontrabass), Steve Nanda (Drums) und vielen mehr.

05.07-07.07, 19.30-20 Uhr

 POLISH STORM (Performance)

 Das REIHENHAUS steht erst ein paar Tage und schon ziehen die ersten Katastrophen ein. Ada Rączka & Natan Kryszk nutzen Naturkatastrophen als musikalisches Material und schaffen einen menschlichen Sturm, der die Wände im Reihenhaus zum beben bringt. 

 Ada Rączka studiert momentan an der Städel Schule.Natan Kryszk ist Mitglied des Pokusa Trios und arbeitet als Klang-und Performancekünstler in Warschau.

 13.07-14.07, 20.00-21.30 Uhr, & 22-23 Uhr

 DER WIEDERGEBURTSKANAL (Installation)

 Ein Geburtskanal für Auswege aus einer kranken Gesellschaft .

von Daniel Schauf & Simon Möllendorf

Gefördert durch:


Kulturfonds Frankfurt RheinMain